
Nach dem Geschehenen am vergangenen Samstag in Paris haben wir verschiedene Anfragen erhalten, wie wir diese Zeit überstehen können. Es ist normal, dass wir uns angesichts dieser Ereignisse überwältigt fühlen, nicht nur wegen der Toten, sondern weil unsere Sicherheit, unsere Gewissheiten untergraben wurden. Wir fühlen uns besorgt um unsere Sicherheit, die unserer Lieben und unsere Zukunft.
Es ist leicht, dass der Geist so zu rasen beginnt, und schon sind wir einem Wirbel von Gedanken ausgeliefert, die uns von unserem Herzen trennen. Er lässt uns instinktiv handeln und führt uns zu primären Reaktionen, wobei wir vergessen, was uns unser Herz rät.
Was also tun angesichts dessen, was geschehen ist? Gebet ist die erste Antwort, die uns in den Sinn kommt, denn es vereint Geist und Herz und ermöglicht es uns, trotz der Entfernung zu helfen. Aber die Frage drängt sich auf: Wie kann man wirklich beten, damit es nicht nur Worte sind? Wie kann man für Frieden beten, wenn wir nicht in der Lage sind, Momente des Friedens in unserem Leben zu schaffen? Wie kann man wahre Liebe senden, wenn wir nur die Liebe der Not, des Bedarfs oder des Austauschs leben können? Wie kann man über Frieden sprechen, wenn wir ihn nicht einmal mit unseren Lieben leben können? Mit denen, die neben uns wohnen? Mit denen, denen wir am Arbeitsplatz begegnen?
Man kann nur geben, was man hat. Beim Gebet ist es dasselbe: Wir können nur das geben, was wir in unserem Leben leben können. Oft vergessen wir, dass wir, um diese Qualitäten in unserem Leben leben zu können, verstehen müssen, dass sie wie unser eigener Atem sind. Empfangen ist wie das Einatmen und Geben wie das Ausatmen. Wenn das Ausatmen das Einatmen vergisst oder umgekehrt, stoppt die Atmung und Müdigkeit tritt ein. Das Einatmen des Empfangens ist das, was dem anderen Raum im Herzen gibt, als ob er in unser eigenes Haus eintreten würde. Das Ausatmen ist die Liebe und der Frieden, die wir konkret in andere tragen können.
Wenn der Atem im Gleichgewicht ist, entsteht spontan echtes Gebet. Wenn das Gebet seine Wurzeln im Alltag schlägt, wird es zu einer so mächtigen Schwingung, dass es sich zum Wohle der gesamten Menschheit ausbreiten kann. Was wie ein einfaches Gebet schien, wird zu einem Liebesfeuer, das Ereignisse und die Zukunft verändern kann. Alles wird möglich, weil wir in Gemeinschaft der Absicht mit unserer Seele sind. Welches größere Geschenk können wir der Menschheit machen, um das Geschehene zu überwinden?
Angela und Bernard